Rotraud Scholz (Marionetten)

Warum  Marionetten ???

Eine Räuberfigur im Schaufenster eines Verdener Buchgeschäftes weckte mein Interesse. Groß, mit einem wilden Gesicht, mit Pelzen, Leder und überhaupt guten Materialien eingekleidet, hatte sie eine beeindruckende Lebendigkeit...  Leider war sie „schwindelerregend“ teuer,  was kein Wunder war.  Sie war wirklich toll!                           

Es blieb beim Anschauen.    Selbermachen war die Devise.    Ein Kurs  " Marionettenbau" bot    hierfür die Gelegenheit.     Es entstanden meine ersten Figuren   (Franz und Maria)  – der Räuber war  allerdings nicht dabei.

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Es fing an , mich zu begeistern und ich blieb bei der Sache. Verschiedene Köpfe entstanden.  Aber nur  zwei  wurden noch wirklich fertig gestellt.  (Momo und Jesco) Der Alltag setzte sich durch und  so lagerten viele Jahre unfertige Köpfe in einer Schublade.                                                                                         

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Erst viel später fand ich die Muße, mich wieder mit  den Marionetten zu befassen. Die inzwischen etwas „altersschwachen“ Franz, Maria, Momo und Jesco erhielten eine „Verjüngungskur“ und aus den "Schubladenköpfen", teilweise noch unbemalten Rohlingen, entstanden neue Figuren.  Aber so ein Räuber wie damals....????

Ich machte mehr und mehr die Erfahrung, dass die Gesichter,  bemalt, frisiert, mit oder ohne Kopfbedeckung             oder Brille ... einfach  „ihren eigenen Kopf entwickeln“.  Sie beginnen „mitzureden“ .

Wer bin ich? Was ziehe ich an ? Wie heiße ich? Was habe ich bei mir? 

 Oft dauert es lange, das richtige „Stöffchen“ oder Accessoire für eine Figur zu finden. Dazu braucht es manchen Zufall, offene Augen und Geduld.  Genau dieser individuelle und spannende Prozess bis zum fertigen kleinen Charakter macht mir  Freude und hält  meine Neugier auf immer neue kleine Persönlichkeiten aufrecht. 

 Mit dem Foto-Marionetten-Projekt „...an Fäden“  ergab sich dann eine tolle Ergänzung zu meiner Arbeit.  

Es folgt ein kurzer Einblick in die Werkstatt :  

 Vom Rohling zum Charakterkopf

Der um eine Styroporkugel geformte Kopf wird zunächst rotbraun  grundiert, dann farbig gestaltet und mit Mattlack fixiert                . Zum Schluss entscheidet sich Frisur und oder Kopfbedeckung.

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Kleidung 

Der um ein Gestell herum ausgestopfte Körper wird eingekleidet.  Besonders gut eignen sich abgetragene Kleidungstücke.  Diese wurden bereits benutzt und verleihen  so ihrer Figur ein Stück ihrer "Lebenserfahrung".      Fritjof, der oben (und unten) gezeigte Schrauber,  trägt auf diese Weise den Blaumann meines lieben Nachbarn  Heinz,  der gern für seinen "Kollegen"  spendete. Und auch die Schürze von Marlies war bereits ungezählte Male in der Kochwäsche.        

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Hand und Fuß

Über Hände, Füße, Schuhe wird erst spät entschieden.  Hierzu müssen einige Fragen geklärt sein. Sie bestimmen die weitere Gestaltung.

Läuft eine Figur barfuß? Welches Schuhwerk benötigt sie? 

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Was tut sie? Hält sie etwas in den Händen?

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 Accessoires

Mit irgendetwas sind sie beschäftigt.  Der Agent NSA nutzt zum Beschatten die Süddeutsche Zeitung...  Und so braucht eben jede Figur zumindest ein Accessoire, das sie bei sich trägt oder in den Händen hält.

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                                 Und endlich werden sie am Fadenkreuz aufgehängt und sind mit uns unterwegs.


Für Interessierte gab es gelegentlich Kurse

Die folgenden Bilder entstammen einem Projekt, in dessen Verlauf 10 Figuren entstanden, die zur  Darstellung der Historie eines Dorfes  erstellt wurden. Hier ein mittelalterlicher Ratsherr, ein Schmied, eine Magd... und die ausdrucksstarke Flüchtlingsfrau aus der Zeit nach 1945. Die eindrucksvollen Ergebnisse  werden im Dorfgemeinschaftshaus zur Veranschaulichung der örtlichen Geschichte  verwendet. Ein tolles Projekt, das ich begleiten durfte.                                                      

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    ...und einige weitere Beispiel aus anderen Gruppen: der Maler, die Waldfee, Ludmilla und Francois..... 

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